Unser Fahrer Daniel Roth berichtet:
Am Sonntag, den 30.08. fand in diesem Jahr die Gravel-Europameisterschaft statt. Im Herzen der Ardennen, im kleinen Städtchen Houffalize traf sich einmal mehr die Radsport-Elite, um über Schotter, Sand, Stock und Stein die besten Fahrer Europas zu küren. Da für mich leider die Weltmeisterschaft in Australien aus beruflichen Gründen nicht realisierbar ist, wurde die EM spontan zum neuen Jahreshighlight gekürt.
Die Strecke in Houffalize ist mit 3 Runden à knapp 50 km und 900 Hm sehr anspruchsvoll und bedarf einer guten Pacingstrategie. Zudem gilt der Untergrund als absoluter Reifenkiller – nicht umsonst war hier immer ein MTB-Marathon platziert, ehe dieser vom Gravel abgelöst wurde.
Die Strecke kenne ich schon aus den Vorjahren, weshalb ich mich entschieden habe, erst Sonntag anzureisen und mich Punkt 12h mit fast 2000 anderen Fahrer*innen auf die Strecke zu begeben.
Es ging alles wie immer los: Auf die Plätze – anaerob.
Die ersten 20 Kilometer werden so gefahren, als wäre das Rennen nur 30 km lang. Nicht selten stehen da 500-600 W auf meinem Computer. Ich hatte mir vorgenommen, nach 30 min auf mein Pacing zu schalten. Und das habe ich dann auch gemacht. Bis dahin konnte ich mich in der Top 30 festbeißen.
Die erste Runde lief gut und in Runde zwei habe ich mein Tempo sauber durchziehen können. Nach circa 2,5 Stunden gibt es bei diesen Rennen eigentlich immer das gleiche Phänomen: Viele, die am Anfang Vollgas vorne mitgefahren sind, kommen von alleine wieder zurück. Also ging das Sammeln los.
Am Ende von Runde 2 lag ich in den Top 20 und ich hatte noch ein paar Körner im Tank. Leider holte ich mir auf einer der ersten Abfahrten in Runde 3 einen fetten Doppelplatten… fast 20 min habe ich gebraucht, mit insgesamt 6 Plugs und 3 CO2-Kartuschen mein Gefährt wieder gangbar zu machen.
Währenddessen überholten mich bestimmt 200 Leute, inklusive der Spitze des Frauenrennens. Als es endlich wieder lief, versuchte ich, alles auf der Strecke zu lassen und konnte wieder zur Spitzengruppe der Frauen aufschließen. Die letzten 20 km gingen wie im Flug – und ich kam etwas enttäuscht, aber durchaus zufrieden mit meiner Leistung als 55. ins Ziel.
Insgesamt ein tolles Event. Echte, professionelle Atmosphäre, die wirklich Lust auf mehr macht!
Stats:
- 147 Km
- 2790 Hm
- 05:13h Fahrzeit
- 269W NP
- 5600 kj







































































